Geschichte

BDM_7337Centrul de Ecologie Montana (CEM) – Zentrum für Gebirgsökologie – ist eine gemeinnützige ökologische Stiftung, die sich dem Schutz der Hochgebirgs- und Bergregionen Rumäniens widmet. Sie wurde 1998 von Michael Orleanu (Geophysiker) gegründet, der eine Leidenschaft für die Natur der Bergregionen hat.

Die Stiftung ist hauptsächlich im Braner Oberland, besonders in dem Bergdorf Moieciu de Sus tätig und beteiligt sich aktiv zusammen mit anderen Partnern an verschiedene Projekten.

CEM unterstützt und koordiniert unter anderem unterschiedliche wissenschaftliche Studien und Forschungen in der Region.

Schon seit seiner Gründung weist CEM auf die Gefahren einer städtisch-industriellen Entwicklung des Tourismus in der Bergregion Bran-Moieciu-Fundata hin.

Sämtliche Aktionen und Projekte passen exakt zu den Zielen der Stiftung.

1990 – Auf einer Reise zusammen mit mehreren Geophysik-Studenten der Universität Münster/Deutschland in das Apuseni-Gebirge entstand die Idee eines “Zentrum für Studentenexkursionen“ in einer bergigen Region der rumänischen Karpaten. Der Leiter – Michael Orleanu – nahm die Idee auf und begann die Suche nach einer entsprechenden Region in Rumänien.

Casa Moieciu 1991 - pt web1991 – Begleitet von den Pedologen Dr. Konstantin Orleanu (Vater) und Dr. Valentin Balaceanu – entdeckte M. Orleanu die Bergregion „Das Braner Oberland“ und kaufte zusammen mit seiner Familie die Immobilie in Moieciu de Sus – eine Region ideal für studentische Aktivitäten und Exkursionen.

1991 – Gründung von Centrul de Ecologie Montana (CEM) – Zentrum für Gebirgsökologie – als eine Initiative ohne juristischen Status, um Konzepte für die Erhaltung und Konservierung der Biodiversität und der nachhaltigen Entwicklung der Gebirgs- und Bergregion Rumäniens zu entwickeln.

1993 – Besuch der ersten Studentengruppe aus dem Fachbereich für Geologie, Universität Köln/Deutschland bei CEM.

Seit 1994 – CEM organisiert verschiedene Studentenexkursionen und Treffen zu ökologischen Themen in Moieciu de Sus.

1996 – CEM beteiligt sich umfassend an Arbeiten im Rahmen des Projekts „PHARE – Entwicklung des Landtourismus“, welches von dem belgischen Verein „Operation Villages Roumains“ organisiert wurde.

1998 – Centrul de Ecologie Montana (CEM) – Zentrum für Gebirgsökologie wird juristisch nach dem Vereins- und Stiftungsgesetzes Nr. 21/1924, als Stiftung eingetragen.

1999 – CEM beginnt das Projekt “Erhaltung von Lebensräumen im Nationalpark Bucegi-Gebirge”, kofinanziert von der Europäischen Union durch das Programm Life-Nature99

Seit 2000 – CEM betreibt mehrere Umweltprojekte in Zusammenarbeit mit verschiedenen Organisationen und Institutionen aus Rumänien und der Europäischen Union.

IMG_0222Seit 2001 – CEM unterstützt und koordiniert verschiedene Diplom-, Master- und Promotionsarbeiten einiger Studenten sowohl aus Rumänien als auch aus dem Ausland.

2005 – Renovierung des CEM-Stiftungshauses in Moieciu de Sus.

2007 – CEM entschließt sich, sich stärker in die Organisation von Veranstaltungen in Bergregionen zu engagieren. Dadurch möchte die Organisation die Aufmerksamkeit auf die traditionelle Berglandschaft lenken, die durch den Urbanisierungsprozess gefährdet wird. Dieser Prozess wird von den lokalen Regierungsorganisationen dem Zufall überlassen.

2010 – Mit einem neuen Konzept, der an die Probleme der Berggebiet ansetzt, beginnt CEM mehrere sportliche Veranstaltungen zu organisieren (EcoMarathon, EcoCross, EcoKids, usw.). Schon 2015 versammelten sich ca. 1.400 Läufer beim EcoMarathon, wodurch das Event zu einer der wichtigsten touristischen Veranstaltungen in Rumänien zählt.

2011 – CEM initiiert, unterstützt und koordiniert Bürgerinitiativen zum Schutz der landwirtschaftlich genutzten Berglandschaft, der Erhaltung der biologischen Vielfalt und der traditionellen Architektur der Bergwelt (www.moieciudesus.ro).

Als Beispiele können genannt werden:
Lobbyarbeit, um den Wasserfall “La Chisatoare” in Moieciu de Sus unter Naturschutz zu stellen (Habitat: Versteinerte Quellen mit kalkhaltigem Tuffgestein/Travertin, Code Natura-2000-Lebensraum: * 7220 Kalktuffquellen (Cratoneurion)). Dieses Habitat, nach der rumänischen Nomenklatur R 5417 zu den prioritär eingestuften Schutzgebieten gehörend, wird durch die Pflanzengesellschaft Cratoneurion communtati gebildet.

  • erfolgreiche Bekämpfung des Baus eines Vergnügungsparks innerhalb des Gebietes “La Chisatoare”
  • erfolgreiche Bekämpfung eines Projekts zum Bau einer Reihe von vier Kleinwasserkraftwerke im Tal Valea Popii in Moieciu de Sus, etc.;

2012 – CEM initiiert und unterstützt – basierend auf dem Gesetz der kommunalen öffentlichen Verwaltung – die Einrichtung eines bürgerlich-beratenden Komitees für das Dorf Moieciu de Sus, um die Zusammenarbeit zwischen dem Stadtrat, dem Rathaus und den Bürgern zu verbessern.

2013 – CEM initiiert und unterstützt die Initiative zum Kampf gegen administrative Maßnahmen zum Bau der Transcarpatica. Hierbei handelte es sich um eine Straße, die laut der Initiatoren den Bezirk Brasov mit dem Bezirk Dâmbovița durch das Naturschutzgebiet Naturpark Bucegi-Gebirge verbinden sollte.

print112015 – 2016 CEM implementiert in Zusammenarbeit mit dem Rathaus Fundata das Projekt “Erhaltung der agropastoralen Gebirgslandschaft und der biologischen Vielfalt in der Region Fundata – Moieciu de Sus” finanziert mit einem Zuschuss in Höhe von 143,695.30 EUR durch SEE Zuschüsse 2009 – 2014, innerhalb des Fonds NGO in Rumänien, Komponente für nachhaltige Entwicklung.

Mit diesem Projekt wollen die Initiatoren Raum für eine nachhaltige Entwicklung des Gebietes durch den Ökotourismus schaffen, als eine wichtige Voraussetzung zum Erhalt der agropastoralen Gebirgslandschaft.

Durch die im Laufe der Vergangenheit durchgeführten Projekte mit ihren einzelnen Aktionen zeigt CEM Folgendes:

  • Die Fähigkeit, die lokale Bevölkerung zu mobilisieren
  • Unterstützung lokaler Pläne der lokalen Bevölkerung
  • Organisationskapazität in der Initiierung und Umsetzung von Projekten, finanziert durch eigene Quellen und dritten
  • Die Fähigkeit, professionelle Zusammenarbeit mit der öffentlichen Verwaltung auf lokaler, Bezirks- und nationaler Ebene
  • Die Fähigkeit Projekte mit anderen Nicht-Regierungs-Organisationen und staatlichen Institutionen zu initiieren und zu entwickeln,
  • Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Volontären (z.B. bei der Veranstaltung EcoMarathon, bei der rund 170 Volontäre beteiligt sind).

Ziele

  • BDM_8756Entwicklung von Aktivitäten für den Naturschutz in Rumänien, vor allem aber in der Region des Braner Landes – Țara Branului (Bran, Moieciu, Fundata);
  • Förderung internationaler Zusammenarbeit (Universitäten, Hochschulen, Berufsschulen, etc.) im Bereich Gebirgsökologie;
  • Kenntnisse über und Aufwertung der umgebenen Umwelt, Flora und Fauna;
  • Erhaltung und Konservierung der agropastoralen Gebirgslandschaft und ihre biologische Vielfalt;
  • Förderung und Erhaltung der Bergdörfer, vor allem das Dorf Moieciu de Sus;
  • Nachhaltige Entwicklung der Region;
  • Wissenschaftliche Monitorisierung und Erforschung der natürlichen Lebensräume in den Bergen;
  • Informationsweitergabe an Studenten und Schülern über extrem labile Ökosysteme in Bergregionen;
  • Förderung des Dialogs zwischen dem öffentlichen und privaten Sektor und der Verwaltungen von National- / Naturparks;
  • Entwicklung politischer Strategiepläne für die touristische Entwicklung (Lobby für den Ökotourismus);

Prinzipien

BDM_7416Die Stiftung Centrul de Ecologie Montana (CEM) -Zentrum für Gebirgsökologie – respektiert in den laufenden Projekten, die sie alleine, oder mit anderen Partnern durchführen, folgende Grundsätze:

  1. Aktiv Beteiligung an der Planung und Durchführung von Projekten und Maßnahmen für den Umweltschutz
  2. Permanente Entwicklung CEMs Kapazität für die Zusammenarbeit mit Partnern
  3. Zusammenarbeit mit den Partnern in einer Partnerschaft, die auf das Vertrauen untereinander und auf das Wohlwollen der einzelnen Partner basiert
  4. Anwendung der Transparenz bei allen Aktivitäten und Projekten
  5. Offene und regelmäßige Kommunikation mit den Partnern über die einzelnen Aktivitäten in Zusammenhang mit den laufenden Projekten
  6. Suche nach konstruktiven Lösungen in kontroversen Diskussionen zu den einzelnen Tätigkeiten von gemeinsamen Projekten mit Partnern CEMs, um eine effiziente Zusammenarbeit zu gewährleisten
  7. In keiner Weise das Ansehen der Partner schaden
  8. Keine parteiische Politisierung von Projekten, die von CEM durchgeführt wird oder bei denen CEM Partner ist.
  9. Keine Beteiligung und Durchführung von Projekten mit religiöser Ausrichtung.

Gästehaus CEM

„Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.“ Antoine de Saint-Exupéry

Das Herz CEMs ist ein altes Holz-Haus, das 1947 von der Familie Zinca und Joachim Gârbacea in Moieciu de Sus gebaut wurde. Damals hatte das Haus den Namen “Das Haus auf der Wiese”, weil es das einzige Haus auf einer großen Grünfläche in dem Bangaleasa-Tal war. Nach seinem Besitzer wurde das Haus auch “la Zinca” genannt. Nach dem Tod der Eigentümer erbte 1985 die Nachfolger das Haus. Da das Haus jedoch nicht bewohnt wurde, war es 1991 in einem desolaten Zustand.

Casa Moieciu 1992 - pt webFamilie Orleanu war zum ersten Mal 1991 in Moieciu de Sus und entschied augenblicklich, das Haus zu erwerben und zu renovieren. Seine Lage unter einem kleinen Wald am Fuße der Ausläufer des Bucegi-Gebirges, umgeben von einer großen Wiese, begeisterte die Familie. Zur Zeit der Renovierung und Restaurierung des Hauses hatten sie die Idee, die Stiftung Centrul de Ecologie Montana (CEM) – Zentrum für Gebirgsökologie – zu gründen. Diese Stiftung hat das Ziel, klar definierte Aktivitäten in Bereich Gebirgsökologie zu entwickeln (siehe Satzung CEM).

Heute ist das Haus in verschiedene Bereiche unterteilt. In einem Bereich befinden sich die Privaträume der Familie Orleanu und in einem anderen Bereich können Mitglieder von CEM in einem der 4 Schlafzimmer übernachten, sowie die Bibliothek, die Arbeitsräume, das Esszimmer und andere Räume gemeinsam nutzen. Den Mitgliedern CEMs bietet sich eine große Fülle von Möglichkeiten, ihre Zeit zu verbringen, zu arbeiten, zu studieren oder zu forschen, Projekte zu entwickeln oder Aktivitäten vorzubereiten.

Des Weiteren können sowohl Seminar, Tagungen und Diskussionsrunden als auch kreative Workshops organisiert werden. Oft werden Räume aber auch temporär als Zwischenlager für Printmaterialien oder andere Dokumente, die für die Projektarbeit erforderlich sind, benutzt.

Team

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